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benötigtes
Material:
MDF-Platten, Stärke 16 mm mit folgenden Abmessungen:
1 x 1100 x 500 mm, 1 x 1100 x 1200 mm, 1 x 760 x 1000 mm, 2 x 500 x 380
mm
3 Hartfaserplatten (unbeschichtet), Stärke 3 mm folgender Größe:
1 x 600 x 1300 mm, 1 x 600 x 2100 mm, 1 x 500 x 650 mm
Polsterschaumstoff: 1,9 qm 20 mm, 1,6 qm 30 mm, 0,30 qm 40 mm
1,4 qm Kunstleder/Leder schwarz, 2,4 qm Kunstleder/Leder rot
20 Metallwinkel 30 x 30 x 10 mm
Holzschrauben 4 x 15 mm / 4 x 40 mm
250 Polsternägel, Ledergarn, Holzleim
benötigtes
Werkzeug:
Bohrmaschine,
Tacker, Schere, Hammer, Kreis-/Stichsäge, Schraubzwingen, Bandschleifer,
Spanngurte (mind. 2 Stück), Nähmaschine.
Kosten und Aufwand:
ca. 180,--bis 320,-- Euro (Kunstleder / Leder) und etwa 14-16 Stunden.
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Bei einem unserer Besuche in einem
Münchener SM-Club haben wir dieses schöne Möbelstück
gesehen und sofort stand für uns fest, dass solch ein Stuhl auch
gut in unseren Spielbereich passen würde. Durch eine Fotografie von
Stuhl und Subbienchen ließen sich später die ungefähren
Maße des Möbelstückes ermitteln, um daraus eine entsprechende
Zeichnung anzulegen - und schon konnte die "Bastelei" losgehen.
Materialbeschaffung:
Die
MDF-Platten sind problemlos in jedem halbwegs gut sortiertem Baumarkt
zu bekommen und auch die 3 mm Hartfaserplatten sollten dort zu erhalten
sein. Dies gilt auch für die restlichen Materialien wie Metallwinkel,
Holzleim etc.
Schwieriger wird es schon
bei den Polsternägeln. Im Baumakrt findet man in aller Regel lediglich
die "08/15-Polsternägel". Möchte man es etwas "ausgefallener",
sollte man schon eine Polsterei oder einen entsprechenden Fachhandel aufsuchen.
Wie jedoch sieht es mit dem
Polsterschaumstoff aus. Zu 99,9% bietet der Baumarkt zwar Schaumstoff
in unterschiedlichen Stärken an, allerdings handelt es sich hierbei
überwiegend um Schaumstoff der niedrigsten Dichte.
Somit sollte man zur Beschaffung des Schaumstoffes unbedingt ein Fachgeschäft
aufsuchen oder sich direkt an einen Lieferanten von speziellem Polsterschaumstoff
wenden - zumindest für die eigentliche Sitzfläche. In unserem
Fall war die Firma Schaumstoff-Lübke in Hamburg eine hervorragende
Adresse. Dort kann man sich den Schaumstoff auch in jeder beliebigen Größe
und Form passend zuschneiden lassen.
Gleichgültig, ob man
den Stuhl - sehr hochwertig - mit echtem Leder beziehen will oder vielleicht
doch lieber auf preisgünstigeres Kunstleder zurück greift, sollte
man sich hier ebenfalls mit einem Fachhändler in Verbindung setzen.
Eine sehr gute Adresse - und seit Jahren unsere favorisierte Bezugsquelle
- ist das Lederhaus in Essen.
Baubeschreibung - der Rohbau:
Mit Hilfe eines Zeichenprogrammes
(CorelDraw) wurden alle benötigten Teile (Sitz- und Bodenfläche,
Seitenteile und die Teile für den Absatz) in Originalgröße
gezeichnet und auf etwas dickerem Papier (in Segmenten) ausgedruckt. Danach
konnten die Ausdrucke paßgenau zusammengeklebt und auf den MDF-Platten
befestigt werden. So konnten die genauen Formen leicht auf das Holz übertragen
werden.
Die Sitzfläche wird auf eine Höhe
von 45 cm geplant und hat eine Breite von 50 cm sowie eine maximale Tiefe
von 57 cm. Wie auf der Zeichnung zu erkennen ist, beträgt die reine
Tiefe der Sitzfläche jedoch nur 46 cm. Die restlichen 11 cm werden
benötigt, um die Lehne mit der Sitzfläche zu verbinden.
Die Bodenfläche ist
ebenfalls 50 cm breit, allerdings nur 41 cm in der Tiefe. Grund hierfür
ist, dass die Bodenfläche an der vorderen Seite 9 cm kürzer
ist als die Sitzfläche. Dies ergibt eine "gefälligere"
Form der "Schuhspitze". Das hintere Ende der Bodenfläche
ist um 7 cm kürzer als die Sitzfläche, so dass sich hieraus
eine Tiefe von 4 cm ergibt, woran später der schmale Fuß der
Seitenteile befestigt wird. Die Bodenfläche wird außerdem nur
als "Reifen" mit einer Breite von 5 cm geplant, damit man später
leichter an die Verbindungsstelle von Seitenteilen und Sitzteil heran
kommt.
Sitz-
und Bodenfläche werden nun sauber mit einer Stichsäge ausgesägt
und mit Hilfe passender Distanzbrettchen miteinander verbunden. Da die
Sitzhöhe mit 45 cm geplant ist, haben diese Distanzbretter eine Höhe
von 38 cm, da die Materialstärke von Sitzfläche und Bodenplatte
(3 cm) sowie die Sitzpolsterung (4 cm) zu berücksichtigen sind.
Bei der Befestigung der Distanzbrettchen ist wichtig zu wissen, dass sich
MDF-Platten sehr leicht spalten,
wenn man in die "Kopfseiten" Holzschrauben eindreht. Deshalb
sind die Löcher für die Schrauben mit einem passenden Bohrer
vorher exakt vorzubohren. Danach lassen sich die Schrauben sicher - und
ohne Schaden anzurichten - eindrehen. Zusätzlich wurden die Distanzhölzer
noch mit Holzleim (Ponal oder einem vergleichbaren Kleber) verklebt und
zur Verbesserung der Stabilität mit Metallwinkeln gesichert.
Da das Bodenteil an der vorderen
Seite 9 cm kürzer als die Sitzfläche ist, werden Boden- und
Sitzfläche mit dem Bandschleifer so angeschliffen, dass sich für
die spätere Befestigung der Verkleidung aus 3 mm Hartfaserplatten
eine ebene Auflagefläche ergibt.
Damit ist der erste Arbeitsschritt abgeschlossen und das Vorderteil des
Stuhls kann zunächst zur Seite gestellt werden.
Kommen wir nun zu den Seitenteilen.
Der Stuhl verjüngt sich in Richtung hinterem Ende und nach ein paar
Versuchen auf dem Papier hat sich ein Winkel von 13 Grad als "optisch
ansprechend" ergeben. Da die vorderen Enden der Seitenteile sauber
an der Sitz- und Bodenfläche anliegen sollen,wird
die Kreissäge gleich auf einen Gehrungsschnitt von 13 Grad eingestellt
und auf einer Länge von 45 cm werden die vorderen Kanten der Seitenteile
sauber und gerade abgeschnitten. Danach kommt wieder die Stichsäge
zum Einsatz und die Rundungen werden entsprechend der aufgezeichneten
Form ausgesägt.
Damit an der hinteren Rundung der Seitenteile die spätere Verkleidung
ebenfalls sauber anliegt, müssen dort später auch noch die Schnittflächen
mit dem Bandschleifer um 13 Grad angepaßt werden. Doch dies sollte
erst erfolgen, wenn die Seitenteile durch den Absatz komplettiert wurden
und fest miteinander verbunden sind.
Nun kann eine erste "Stellprobe"
erfolgen und die Seitenteile können mit Hilfe von Schraubzwingen
mit der Sitzfläche verbunden werden (von einer festen Verschraubung
rate ich zu diesem Zeitpunkt noch ab, da sich die beiden Stuhlteile getrennt
voneinander besser und einfacher mit Leder beziehen lassen und erst ganz
zum Schluss fest miteinander verbunden werden).
Sind nun die Seitenteile
fest mit dem Sitzteil verbunden - Vorsicht, vermutlich wird der Stuhl
so das Gleichgewicht nach Hinten verlieren - kann mit dem Anpassen des
Absatzes begonnen werden.
Aber wozu haben wir denn
unser "Subbienchen". Sie darf eine erste Sitzprobe auf ihrem
zukünftigen Sitz- oder auch "Behandlungs-" Möbel machen
und schon ist der Drang des Stuhles nach hinten zu kippen gebannt. So
können wir in aller Ruhe zwei Holzbretter, welche die Seitenteile
des Absatzes darstellen, ebenfalls mit ein paar Schraubzwingen besfestigen.
Damit kann sich unser Subbienchen auch wieder anderen Aufgaben widmen,
denn der Stuhl steht nun von selbst und macht uns damit die nachfolgenden
Arbeiten deutlich einfacher.
Jetzt
wird es allerdings doch ein wenig knifflig, denn der Absatz hat es doch
in sich. Der gesamte Stuhl verjüngt sich ja nach hinten. Nun kommt
noch eine weitere "Neigung" hinzu, denn der Absatz wird nach
hinten/unten hin auch noch schmaler. Somit passen wir zunächst das
Brett an, welches den Absatz nach vorn - zum Sitz hin - abschließt
und gleichzeitig die beiden Seitenteile miteinander verbindet. Da dieses
Brett auch noch schräg zwischen die beiden Seitenteile eingepaßt
werden muss, ist dies nicht ganz leicht auszumessen ... doch mit etwas
Geduld ist das dann dochganz gut machbar. Wichtig ist hierbei ebenfalls
wieder, die Schnittkanten entsprechend der Stuhlverjüngung mit 13
Grad Gehrung zu sägen.
Dieses Teil wird nun so zwischen
die beiden Seitenteile eingebaut, dass es eine Neigung nach Hinten von
ca. 6 Grad hat. Der Abstand vom vorderen Ende der Seitenteile bis zu der
Stelle, an der das Brett sichtbar wird, sollte ca. 25 cm betragen.
Nun wieder gewissenhaft vorbohren und das Abschlussbrett des Absatzes
mit den Seitenteilen fest verschrauben - wobei auch hier wieder ein paar
Tropfen Holzleim die Stabilität und Haltbarkeit deutlich erhöhen.
Nachdem damit der wohl schwierigste und kniffligste Teil - bei dem ein
paar zusätzliche Hände äußerst hilfreich sind - hoffentlich
gut über die Bühne gegangen ist, können nun die Seitenteile
des Absatzes in Angriff genommen werden.

Um einen möglichst passenden
Übergang vom Seitenteil auf den Absatz zu erreichen, wurde zur Anpassung
der Absatz-Seitenteile nicht mit Schablonen gearbeitet, sondern die Bretter
werden direkt an die Seitenteile des Stuhls gehalten und Verlauf der Rundung
und des Abschlussbretts werden exakt auf das Holz übertragen. Die
linke - gerade - Schnittkante sowie der schmale Fußteil kann mit
der Kreissäge zugeschnitten werden - wobei immer darauf zu achten
ist, dass alle Kanten mit einer Gehrung entsprechend ihres Verlaufs gesägt
werden.
Da das Absatz-Seitenteil in einem Winkel von 11 Grad nach innen verläuft,
ist natürlich auch der obere Schnitt (an dem das Absatz-Seitenteil
an das Stuhl-Seitenteil angesetzt wird) mit dieser Gehrung direkt zu sägen.
Minimale Anpassungen kann man dann noch mit dem Bandschleifer durchführen.
Paßt
alles, wird wieder ordentlich vorgebohrt und das erste Absatz-Seitenteil
kann mit dem Brett, welches die beiden Stuhl-Seitenteile verbindet,
verschraubt werden. Um dem Absatz-Seitenteil noch ein wenig mehr Stabilität
zu geben, wird es mit einer kleinen Metallplatte - sie wurde ebenfalls
in einem Winkel von 11 Grad gebogen - und kurzen Holzschrauben im hinteren
Bereich mit dem Stuhl-Seitenteil verschraubt.
Nachdem durch die Montage
des ersten Absatz-Seitenteils schon eine gewisse "Routine" entstanden
ist, wird das zweite Absatz-Seitenteil in gleicher Weise angezeichnet,
zugeschnitten und verschraubt.
Damit steht eigentlich bereits der fertige Stuhl in seiner "Rohform"
vor uns und wir dürfen uns an dem Ergebnis schon einmal erfreuen
- und ich denke, auch ein wenig "stolz" auf uns sein.
Sollte der Schnitt am Übergang
des Absatz-Seitenteils zum Seitenteil des Stuhls nicht ganz gelungen sein
- und nicht gerade schön aussehen - ist das kein wirklich großes
Problem, denn durch die spätere Polsterung des gesamten Stuhls mit
Polster-Schaumstoff fallen diese "optischen Mängel" überhaupt
nicht mehr auf.
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