|
benötigtes
Material:
4
gehobelte Bretter 2100 mm x 185 mm x 22 mm
0,75 qm Polsterschaumstoff 30 mm
1,5 qm Kunstleder (Farbe nach Geschmack)
je 4 Schlossschrauben 50 x 8 mm und 50 x 6 mm
4 Ringmuttern 8 mm
4 Flügelmuttern 6 mm
je 4 Unterlegscheiben 6 x 17 mm und 8 x 30 mm
36 Ringhaken 15 mm (oder größer)
Ziernägel, Spaxschrauben 6 mm x 35 mm
doppelseitiges Klebeband
4 Tragflansche (für 8 mm Schlüsselschraube)
4 Schlüsselschrauben 8 x 60
benötigtes
Werkzeug:
Bohrmaschine
mit 6/8 mm Bohrer, Tacker, Schere, Hammer, Kreis-/Stichsäge, Winkelmesser,
2 Schraubzwingen, Akkuschrauber.
Kosten und Aufwand:
ca. 70,-- Euro und etwa 4-5 Stunden Arbeitsaufwand
Baubeschreibung:
Zunächst einmal
legen wir die notwendigen Materialien und Werkzeuge bereit. Die vier Bretter
stellen wir - gemeinsam mit unserer Sub - an die Wand, damit nichts davon
im Weg herumliegt oder steht. Unsere Sub wird zwar nicht direkt für
das Kreuz benötigt, aber ihr Anblick - vielleicht in einem kleidsamen
Bondage - macht das Arbeiten einfach angenehmer.
Vermutlich
fragt sich der Eine oder Andere jetzt vielleicht, wozu wir 4 Bretter benötigen,
denn ein Kreuz besteht ja schließlich nur aus zwei Schenkeln. Sicher
eine berechtigte Frage, denn meine Sub - sehr intelligent - hat mir diese
Frage natürlich auch gestellt. Also will ich sie Euch - wie ich es
bei meiner Sub auch getan habe - gerne beantworten. Wenn wir einfach nur
zwei Bretter übereinander nageln, bekommen wir natürlich keine
durchgehende glatte Fläche auf den beiden Schenkeln des Kreuzes.
Deshalb müssen wir eben 2 Bretter zersägen um die Füllstücke
zu erhalten, die für ebene Flächen auf Vorder- und Rückseite
sorgen - schließlich soll unsere Sub ja keine Haltungsschäden
bekommen, wenn sie daran stehen darf/muss.
Zunächst
einmal sollten wir in alle 4 Bretter genau in der Mitte ein Loch bohren.
Wer einen Bohrständer sein Eigen nennt, kann alle Bretter genau übereinander
legen und sie mit Schraubzwingen, festem Klebeband oder einem Seil - sollte
keines verfügbar sein, muss eben die Sub kurz von ihrem Bondage befreit
werden - unverrückbar fixieren. Dann zeichnen wir den exakten Mittelpunkt
auf das oberste Brett und bohren genau senkrechte ein 6 mm Loch in alle
4 Bretter. Da wir über ein solches Gerät nicht verfügen,
musste ich viermal anzeichnen und ebenso oft bohren.
Also beschäftigen wir
uns nun mit der Herstellung der benötigten 4 Füllstücke.
Wir nehmen also 2 der Bretter - bitte nicht im Eifer des Gefechts versehentlich
die Sub greifen - von der Wand, legen sie übereinander und fixieren
sie mit Hilfe einer 6 mm Schlossschraube - die wir durch das soeben gebohrte
Loch stecken - und einer Flügelmutter. Nun drehen wir ein Brett und
stellen mit einem Winkelmesser oder Geo-Dreieck einen Winkel zwischen
36 und 42 Grad ein - bei 42 Grad muss die Sub allerdings die Beine schon
verdammt weit spreizen können. Auf Grund von Größe und
Armlänge meiner SubAnva erwies sich bei
uns ein 38 Grad-Winkel als ideal. Ist der gewünschte Winkel eingestellt,
werden die beiden Bretter mit Hilfe der Schraube in der Mitte so fest
verschraubt, dass sie nicht mehr verrutschen können. Mit einem Bleistift
werden nun auf beiden Brettern die Kanten angezeichnet, an denen sich
die Bretter überschneiden. An dieser Stelle sollten wir unsere Sub
nicht vergessen und uns über ihr Wohlbefinden informieren. Anschließend
können wir die beiden Bretter wieder voneinander trennen.
Nun
folgt der "schmutzintensivste" Teil unserer Arbeit - die zwei
Bretter müssen an den angezeichneten Linien auseinander gesägt
werden. Da wir vermutlich für die Sägearbeiten das Zimmer verlassen
müssen, macht es auch keinen Sinn mehr, dass unsere Sub weiterhin
an der Wand steht. Also beauftragen wir sie, uns einen Kaffee zuzubereiten.
Hier vielleicht noch ein kleiner Tipp - nein nicht zum Kaffee, sondern
zum Kreuz. Unser Kreuz soll ja später mit Leder, Kunstleder oder
Latex überzogen werden. Und dieses Material wird auch über die
Seiten des Kreuzes gezogen und auf der Rückseite befestigt. Wenn
wir bisher exakt gearbeitet haben, bekommen wir zwar unsere durchgehenden
Holzbretter im rohen Zustand in die Lücken, die sich durch die Füllstücke
ergeben. Ist aber alles mit dem gewünschten Material überzogen
- auch wenn es nur ein paar Millimeter sind - passen die beiden Schenkel
des Kreuzes nicht mehr ineinander. Deshalb ermitteln wir die doppelte
Materialstärke unseres Bespannungsmateriales und sägen unsere
Füllstücke entsprechend kürzer.
Am
Besten geht das natürlich mit der Kreissäge, da hiermit ein
absolut gerader Schnitt sichergestellt ist. Aber auch mit der Stichsäge
gelingen die Schnitte sehr gut, wenn man mit Hilfe einer Leiste und zwei
Schraubzwingen einen Hilfsanschlag an dem zu sägenden Brett anbringt.
Während
unsere Sub nun den Schmutz unserer Sägearbeiten wieder entfernt,
können wir uns - beim Genuss der von ihr soeben zubereiteten Tasse
Kaffee - das Ergebnis unserer Arbeit in Ruhe betrachten. Vor uns stehen
nun eine attraktive Sub - zwischenzeitlich wieder gut verschnürt
-, 2 lange Bretter mit einem Loch in der Mitte und 4 kurze Bretter, die
wir eben mit unserer Säge in Form gebracht haben.
Frisch gestärkt - und
mit unserer bisherigen Arbeit hoffentlich zufrieden - bringen wir unsere
restlichen Holzarbeiten zu Ende. Wir nehmen die beiden langen Bretter,
verbinden sie wieder mit einer Schlossschraube - wie wir es auch schon
mit den beiden ersten Brettern getan haben -, stellen wieder den gewünschten
Winkel des Kreuzes ein und ziehen die Schraube fest. Um zu kontrollieren
ob der eingestellte Winkel auch mit unseren Füllstücken übereinstimmt
- beim Sägen könnte ja die Säge ein wenig verlaufen sein
- legen wir zwei der Füllstücke provisorisch auf und überprüfen
ob alles passt und auch genügend "Luft" für das Bespannungsmaterial
vorhanden ist. Verläuft diese Prüfung zu unserer Zufriedenheit,
können wir die endgültige Verbindung der beiden Schenkel vorbereiten.
Für
uns war es wichtig, dass das Kreuz leicht in zwei Teile zerlegt werden
kann und somit viel weniger Platz benötigt, wenn man es - z.B. auf
dem Kleiderschrank - "verstecken" muss. Deshalb erfolgt die
Verbindung der beiden Schenkel mit Hilfe von Schlossschrauben und Flügelmuttern.
Im Schnittpunkt der beiden Schenkel bohren wir nun vier Löcher im
Durchmesser von 6 mm, führen die Schlossschrauben hindurch und ziehen
sie mit den Flügelmuttern fest. Das zuerst gebohrte Loch in der Mitte
des Brettes wird nicht mehr genutzt. In dem Brett, welches später
die Rückseite des Kreuzes bildet, habe ich diese Löcher auf
8 mm aufgebohrt, damit bei der Montage oder Demontage des Kreuzes nichts
klemmt und somit leichter geht. Wer das Kreuz nicht zerlegbar bauen möchte,
kann die beiden Teile natürlich auch fest mit Holzschrauben (Spax,
6 x 35 mm) verbinden. Und auch die 4 Füllstücke werden nun auf
den Schenkelbrettern endgültig mit den "Spaxen" befestigt.
Werden die Schrauben nah am Rand der Bretter eingedreht, sollte unbedingt
mit einem 4 mm Bohrer vorgebohrt werden, da andernfalls die Gefahr besteht,
dass die Bretter durch den Druck der Holzschrauben reißen. Da wir
die Bohrmaschine sowieso gerade zur Hand haben, können auch gleich
die Löcher (8 mm) gebohrt werden, um später die Schrauben und
Ringmuttern für die Arm- und Beinfixierung unserer Sub am Brett befestigen
zu können. Die Bohrungen werden im Abstand von 50 mm vom oberen und
unteren Ende - und genau in der Mitte - jedes Schenkelbrettes platziert.
Jetzt halte ich es für
den richtigen Zeitpunkt, die Sub möglichst gut zu fixieren und sie
durch einen Knebel am Reden zu hindern. Danach nehmen wir das in der Deko-Abteilung
des Baumarktes beschaffte Polstermaterial, schneiden mit der Schere 3
Streifen - etwas breiter als unsere Bretter - davon ab und befestigen
diese Streifen - am komplett montierten Kreuz - mit doppelseitigem Klebeband
auf der Vorderseite des Kreuzes. Wer vorhin vergessen hat, alle Schlossschrauben
zu montieren, hat jetzt ein kleines "Problem".
Nun können wir das Polstermaterial ganz exakt der Breite unserer
Bretter anpassen. Dazu habe ich das größte und schärfste
Messer aus der Küche geholt - wohl dem, der dem Widerstand seiner
Sub rechtzeitig vorgebeugt hat - und damit das Polstermaterial sauber
abgeschnitten, wobei das Brett als hervorragende Führung dient und
ganz gerade Schnitte garantiert. Außerdem habe ich an den Schenkelenden,
an denen die 8 mm Löcher für die Fixierungsschrauben der Sub
gebohrt wurden, ein Loch von 25 mm Durchmesser in das Polstermaterial
geschnitten.
Das
nun folgende Beziehen des Kreuzes geht wesentlich leichter von der Hand,
wenn die beiden Schenkel wieder voneinander getrennt werden. Es macht
auch Sinn, unsere Sub jetzt wieder von ihren Fesseln zu befreien, denn
zwei zusätzliche Hände sind hier ebenfalls recht hilfreich -
sollte der Ärger über die Verwendung des besten Kochmessers
noch nicht vergangen sein, können wir den Knebel ja noch an seinem
Platz belassen.
Wir haben unser Kreuz mit
strapazierfähigem und leicht zu reinigendem Kunstleder bezogen. Zunächst
werden auf der Meterware des Kunstleders 3 Streifen angezeichnet und exakt
ausgeschnitten. Die Breite der Streifen errechnet sich aus der Breite
eines Brettes (185 mm), der doppelten Stärke der Bretter (2 x 45
mm) und aus 10 mm Zugabe. Dies ist ausreichend, da das Kunstleder sehr
dehnbar ist und sich der Schaumstoff durch das Spannen des Leders ebenfalls
an den Kanten eindrückt. So ergibt sich genügend Material, dass
man das Kunstleder auf der Rückseite des Kreuzes befestigen kann,
ohne zu viel Verschnitt zu haben. Somit hat ein Streifen die Maße
2300 mm x 285 mm, und zwei weitere 1200 mm x 285 mm (in der Länge
wurde für jedes Ende 50 mm zugegeben).
Beginnen
wir mit dem auf der Vorderseite durchgehenden Brett. Die Rückseite
wird auf einer Längsseite 10 mm breit mit Kontaktkleber bestrichen
und der Lederstreifen darauf geheftet. Das Kunstleder wird dabei ein wenig
straff gezogen - aber nicht zu stark, da sich sonst "Wellen"
bilden und man keinen geraden und gleichmäßigen Abschluss mehr
hinbekommt. Zusätzlich wurde der Rand getackert. Ist der gesamte
Streifen auf einer Seite befestigt - an der Stelle, an der sich beide
Bretter überschneiden, muss ein wenig "getrickst" werden
- kann das Kunstleder über die Vorderseite gezogen und gespannt werden.
Wir
haben die Rückseite wieder 10 mm breit mit Kontaktkleber bestrichen
(nicht mehr als 20-30 cm einstreichen), meine Sub hat das Leder angedrückt
und festgehalten, während ich den Streifen sofort mit dem Tacker
- Vorsicht auf die Finger der Sub, denn sie soll ja nicht hinter, sondern
später vor das Kreuz - endgültig befestigt habe. Genauso gehen
wir dann mit dem zweiten Schenkel unseres Kreuzes vor und schon können
wir es wieder zusammen bauen. Wenn wir ordentlich gearbeitet haben, müssten
sich beide Schenkel problemlos ineinander fügen.
Jetzt nur noch die vier Schlossschrauben
an den Schenkelenden von der Rückseite durchschieben, das Kunstleder
an der Stelle wo die Schraube durch soll mit einem Kreuzschnitt einschneiden
und die Ringmuttern fest anziehen. So an die Wand gelehnt, macht unser
Kreuz schonen einen recht "professionellen" Eindruck.
Jetzt
müssen wir uns nur noch Gedanken machen, wie wir das Kreuz so an
der Wand befestigen können, dass es den Belastungen einer widerspenstigen
Sub standhält aber sich dennoch leicht wieder von der Wand entfernen
lässt. Wir lösten das Problem mit
Hilfe von 4 Tragflanschen und den
dazu passenden Schlüsselschrauben. Die vier Schlüsselschrauben
werden mit Dübeln fest in der Wand verankert - ein Bild darüber
macht sie unsichtbar - und so weit eingedreht, dass das Kreuz stramm an
der Wand anliegt. Vor den beiden Schrauben knapp über der Fußbodenleiste
steht bei uns eine kleine Bank, die diese Schrauben ebenfalls verdeckt.
Da bei uns eine etwas breitere Fußbodenleiste montiert ist, haben
wir die Tragflansche einfach auf einem Distanzholz befestigt, um den notwendigen
Abstand von der Wand zu erhalten.
Das Kreuz muss jetzt nur noch mit den Tragflanschen in die vier Schlüsselschrauben
eingehängt werden. Da die Tragflansche jedoch leider hässliche
Striche auf der Tapete hinterlassen, haben wir zum Schutz kleine Filzstreifen
angebracht, wie sie auch unter Möbel geklebt werden, um den teuren
Parkettboden nicht zu zerkratzen.
Jetzt
müssen die Seiten des Kreuzes nur noch mit Ziernägeln und Ringhaken
verziert werden. Die Ringhaken ermöglichen es, unsere Sub zusätzlich
mit Hilfe von Seilen am Kreuz zu befestigen. Die von uns verwendeten geschlossenen
Ringhaken sehen zwar besser aus als die nicht ganz geschlossenen, allerdings
ist die Fesselung - und auch das spätere Lösen der Sub etwas
umständlich und aufwendig.
Nachdem nun alles fertig ist, kann sich unsere Sub gleich von den Strapazen
der durchgeführten Arbeiten erholen, indem sie sich an ihrem neuen
Kreuz ein wenig "entspannen" darf. Wir wünschen auch Euch
sehr viel Spaß dabei - und mit dem neuen Kreuz natürlich auch.
|