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benötigtes Material:


4 Rauspundbretter 110mm x 1000mm x 30mm
4 Dübelstäbe 18mm x 95mm
(ggf. 2 Dübelstäbe 12mm x 40mm)
2 Metall-Sicherungs-Splinte 40mm x 6mm
Holzleim (Ponal oder ähnliches)

benötigtes Werkzeug:

Kreissäge, Stichsäge, Bohrmaschine mit Bohrständer,
Oberfräse, Schmirgelpapier verschiedener Körnung

Kosten und Aufwand:

je Pranger ca. 20,-- Euro und 2-3 Stunden Arbeitsaufwand
je Pranger.


Baubeschreibung:

Schon seit langer Zeit ging mir immer wieder einmal der Gedanke durch den Kopf, mich mit dem Bau eines Pragers bzw. eines "Schandbrettes" zu befassen. Allerdings schob ich dieses Vorhaben immer wieder vor mit her, da ich mir nicht klar darüber wurde, ob es ein "solider Stand- ode Hängepranger" werden sollte, oder ein "handliches, bewegliches" Teil.

Weitere Überlegungen wurden mir dann allerdings "aus der Hand" genommen, denn ein sehr guter Freund von uns hatte sich in den Kopf gesetzt, uns solch ein "Teil" als Geschenk mitzubringen. Und da er sich nicht entscheiden konnte, ob es nun "nur" ein "Kopf/Hand-Pranger" oder ein "Hand/Fuß-Pranger" werden sollte, hat er gleich beide Varianten gebaut.

Somit habe ich diese "Schandhölzer" nicht selbst gebaut - sondern nur am "letzten Feinschliff" mitgewirkt - und freuen uns darüber, dass der "Hersteller" sein Einverständnis gegeben hat, die Bastelbeschreibung hier auf unseren Seiten veröffentlichen zu dürfen.

Danke Dunatis, und wir freuen uns sehr auf das nächste Treffen mit Dir. Doch nun zur Beschreibung.

Ermittlung der Maße

Auf der einen Seite soll der Pranger natürlich schön eng anliegen, sollte aber auf der anderen Seite auch nicht bei jeder Bewegung zwicken und zwacken - auch Subbienchen soll ja ein wenig "Spaß" daran haben können. Somit ist das Ermitteln der richtigen Maße für den Hals- und die Handgelenkausschnitte sehr wichtig und gewissenhaft durchzuführen.
Wir haben in unserem Fall zwei Methoden angewendet, um die entsprechenden Maße zu ermitteln - und durch die zweite Methode "abzusichern".

Zunächst einmal habe ich mit einer Schublehre Handgelenk-, Hals- und Fußgelenkdurchmesser ermittelt. Diese Maße wurden mit Hilfe eines Zeichenprogrammes (in unserem Fall CorelDraw) in den PC übertragen.
Als "Gegenprobe" kam ganz normale Haushalts-Aluminium-Folie zum Einsatz. Die Folie wird zusammen gerollt, so dass sich eine lange "Wurst" ergibt. Diese "Wurst wird nun um Hals bzw. Gelenke gelegt, fest angedrückt und so erhält man die genaue Größe und Form des entsprechenden Körperteiles. Nun wird diese Folienwurst an zwei gegenüber liegenden Punkten aufgeschnitten, auf einem Blatt Papier wieder zusammen gefügt und die genauen Maße können auf das Papier übertragen werden. Dieses Ergebnis wird ebenfalls wieder in den PC übertragen, mit den bereits vorhandenen Maßen abgeglichen - noch ein paar Millimeter "Luft" hinzugeben und schon kann man beliebig viele Schablonen davon ausdrucken.

Zu guter Letzt sind noch die optimalen Abstände zwischen Hals- und Handgelenk-Ausschnitten bzw. Hand- und Fußgelenk-Ausschnitten zu ermitteln. Fertig.

Da alle Maße im PC vorhanden sind, kann nun auch die Form des Schandholzes im PC bearbeitet werden. So muss auch nur eine Hälfte der Form bearbeitet werden und die zweite Hälfte des Schandholzes wird durch das Spiegeln der ersten Hälfte zu 100% identisch. Dabei kann man seinem Geschmack und Gefühl durchaus "freien Lauf" lassen - und Dunatis hat sich gedacht "... welche Form paßt wohl am Besten zu SubAnva ... " *g*.
Nun den gesamten Pranger nur noch auf etwas dickeres Papier ausdrucken - CorelDraw teilt dabei die Teile exakt auf DIN A4 auf - und die Schablone auf den Holzbrettern einfach nachzeichnen.

Holzarbeiten

Zunächst werden Nut und Feder von den Rauspundbrettern - dies geht am Besten mit einer Kreissäge - abgesägt und danach die Form des Prangers mit Hilfe der zuvor beschriebenen Schablonen auf die Bretter übertragen.

Vielleicht stellt sich an dieser Stelle der Eine oder Andere die Frage, warum steht denn in den "Material-Liste" nichts von Scharnieren und Schnappfalle, denn irgendwie muss doch der Pranger zusammen gehalten werden.
"Das kann/macht doch Jeder..." dachte Dunatis und hat sich eine andere Lösung einfallen lassen. So entstand ein "verdeckter" Verschluss in Form von zwei Dübelstäben, welche in die "Innenflächen" der Prangerhälften eingelassen werden. Da die dafür benötigten Bohrungen sind ganz exakt - und vor Allem gerade - auszuführen. Deshalb werden diese Bohrungen als nächster Arbeitsschritt angezeichnet und und 50mm tief mit Hilfe eines Forstner-Bohrers - Bohrmaschine in einen Bohrständers einspannen - gebohrt. Da die Bretter zu diesem Zeitpunkt noch ihre rechtwinklige Form haben, lassen sich diese Bohrungen einfach und exakt ausführen.
Im "Kopf/Handpranger" wurde zwischen den Löchern für die Handgelenke und der Pranger-Außenseite zur Stabilisierung auf jeder Seite noch zusätzlich ein kleiner Dübelstab (12mm x 40mm) eingesetzt. Wie die Praxis gezeigt hat, werden diese zusätzlichen Dübel aber nicht benötigt.

Hinweis:

D
ieser "verdeckte Verschluss" hat sich in der Praxis zunächst als etwas "problematisch" erwiesen. Die Dübelstäbe klemmen bei leichtem Verkanten wärend des Öffnens oder Schließens des Prangers und man muss dann etwas "Gewalt" anwenden. Nachdem die Dübelstäbe jedoch mit Holzwachs bearbeitet wurden, hat sich dieses Problem weitgehend erledigt.

Mit der Stichsäge können nun äußere Form der Schandhölzer sowie die Hals-, Hand- und Fußgelenk-Ausschnitte herausgesägt werden.
Anschließend sollte die "erste Anprobe" erfolgen, denn evtl. müssen die Ausschnitte für Hals und Gelenke noch ein wenig nachgearbeitet werden.

Passen alle Ausschnitte, kann zur "Feinbearbeitung" des Prangers übergegangen werden.
Zunächst sollten die Kanten, an denen die beiden Prangerhälften zusammenstoßen, gebrochen werden, damit die Gefahr des Einklemmens von Haut reduziert wird. Dies erfolgt am Besten zunächst mit grobem, danach mit feinem Schmirgelpapier. In diesem Zusammenhang kann auch die gesamte Oberfläche des Prangers mit Schmirgelpapier geglättet werden.

Danach kommt die Oberfräse zum Einsatz. Je nach Geschmack werden die Löcher für Hals und Gelenke mit einem mehr oder weniger starkem Radius ausgefräst - je stärker die Rundung, desto größer der "Tragekomfort" für Subbienchen. (Werden auch die Außenkanten mit diesem Radius gefräst, gibt dies dem Pranger ein "weicheres" Aussehen).

Als Nächstes werden die Dübelstäbe befestigt - sofern noch nicht geschehen, werden von einem Dübelstab 4 Stücke (2 je Pranger) von jeweils 95mm Länge abgesägt. In die Löcher einer Prangerhälfte geben wir etwas Holzleim und schlagen die beiden Dübelstäbe vorsichtig - es soll ja nichts ausbrechen - mit einem Hammer in die Löcher.
Damit die Dübelstäbe später nicht so stramm in den gegenüberliegenden Löchern sitzen, wird jeder Dübelstab mit Schleifpapier - wem dies zu "anstrengend" ist, kann auch eine Flex mit Schleifscheibe verwenden - ein wenig dünner und etwas konisch geschliffen. Nun können die beiden Hälften des Schandholzes zusammen gesteckt werden.

Damit die beiden Prangerhälften nicht einfach wieder auseinander fallen, muss nun noch ein "Verschluss" am Pranger angebracht werden. Dieser Verschluss wird mit Hilfe der Dübelstäbe realisiert.
Mit einem Holzbohrer werden zwei Löcher - in unserem Fall 7mm - durch den Pranger und die Dübelstäbe gebohrt. Diese Löcher sollten möglichst genau mittig und gerade durch die Dübelstäbe laufen. Hierdurch können dann Sicherungssplinte (6 mm) gesteckt werden, die den Pranger sicher zusammen halten - und wer möchte, kann durch diesen Splint ebenfalls noch einmal ein Loch bohren und mit einem Vorhängeschloss sichern.

Die "optische Endbehandlung" des Prangers ist Geschmackssache und bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Wir haben beide Pranger "geflammt" - dies funktioniert am Besten mit einer Lötlampe oder einem Bunsenbrenner - und anschließend mit farblosem (hautfreundlichem) Lack versiegelt.
Man kann die Pranger aber natürlich auch mit Leder bespannen, farbig lackieren oder dem Holz mit Beize ein "rustikales" Aussehen verleihen.

Wir wünschen Dir viel Spaß beim Nachbau und genau so viel Freude beim Spielen mit den Schandhölzern, wie wir sie haben.
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